Charlie Chaplin

Lebenswerk

Charles Chaplin wurde am 16. April 1889 in London, Großbritannien, geboren. Sowohl seine Mutter Hannah als auch sein Vater Charles waren als Künstler an der Music Hall tätig. Kurz nach Chaplins Geburt trennten sich die Eltern, der alkoholkranke Vater starb 1901. Aufgrund der psychischen Probleme der Mutter und konnten Charlie, sein älterer Bruder Sydney und seine beiden Stiefbrüder nicht ständig bei ihr wohnen, sondern wuchsen teilweise in Heimen auf. Zudem bekam die vormals beliebte Sängerin und Tänzerin immer weniger Aufträge, da ihre Stimme häufig versagte. Als die Mutter ihre Kinder wieder zu sich nehmen konnte, begann sie Chaplins schauspielerisches Talent zu fördern. Bereits als Kind besserte er den Lebensunterhalt der Familie durch kleine Engagements auf, mit acht Jahren trat er beispielsweise mit einer Truppe von Holzschuhtänzern auf. Als er die Jahre 1905-1912 wieder im Asyl verbrachte, arbeitete er als Zeitungsverkäufer, Glasbläser und dergleichen.

Nach einigen schauspielerischen Darbietungen in England ging Chaplin 1909 auf Tournee nach Paris, wo er den Komiker Max Lindner im Kino sah. Diesen bezeichnete er später trotz des teilweise gegensätzlichen Auftretens als seinen Lehrmeister. Im Jahr darauf hatte Chaplin sein Debüt in Amerika. Das Stück an sich war ein Misserfolg, Chaplin jedoch bekam gute Kritiken. Daraufhin kehrte er für kurze Zeit nach England zurück, entschied sich aber 1913 für eine Karriere in den USA. Hier wurde er im selben Jahr von der „Keystone Film Company“, der erfolgreichsten Komödienfabrik Amerikas, entdeckt. Bald kam es aber zu Differenzen zwischen dem Regisseur Mack Sennet und Chaplin, der sich lieber auf den Charakter einer Figur anstatt auf körperliches Spiel konzentrieren wollte.

1914 erschuf Chaplin schließlich die Figur des „Tramp“, die ihn später weltberühmt machte. Mit Oberlippenbart, Melone und Stöckchen watschelte er mit zu großen Schuhen durch Filme wie „Making A Living“ und „Kid Auto Races at Venice“. Mit „Cought in the Rain“ gab Chaplin noch im selben Jahr sein Debüt als Regisseur.

Beliebtheit und Einkommen des Multitalents stiegen in gleichem Maße rasch an, Chaplin wechselte von „Keystone“ 1915 zu „Essanay“ und 1916 zur „Mutual Corporation“. Bei „First National“ konnte er Filme produzieren und sogar die Rechte an ihnen halten. 1921 entstand hier „The Kid“, ein teilweise autobiographischer langer Stummfilm.

1919 gründete Chaplin gemeinsam mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks sen. und D. W. Grifith die „United Artists“ Filmstudios. Chaplins erster Erfolg in der eigenen Filmgesellschaft – „Der Goldrausch“ – ließ mit bis 1925 auf sich warten. Für „The Circus“ erhielt der Allrounder 1926 seinen ersten Oscar. 1936 erschien der Film „Moderne Zeiten“, für den Chaplin sogar die Filmmusik selbst komponierte. Trotz des bereits etablierten Tonfilmes entschied sich Chaplin dabei für einen Stummfilm mit Toneffekten. Mit dem Film „Der große Diktator“ – einem Anti-Hitler-Film – drehte Chaplin 1940 schließlich seinen ersten Tonfilm.

1947 musste Chaplin sich vor dem Kommitee für unamerikanische Aktivitäten mehrmals  für seine angeblich kommunistischen Tendenzen rechtfertigen. Er entschied sich daraufhin bei einem England-Urlaub, in Europa zu bleiben. 1952 zog er mit seiner Familie in die Schweiz, lehnte 1954 die amerikanische Staatsbürgerschaft ab und erhielt den World Peace Council Prize.

In „Rampenlicht“ (1952) spielte Chaplin gemeinsam mit seinem Kollegen Buster Keaton. 1957 drehte er die Politsatire „Ein König in New York“. 1962 erhielt er die Ehrendoktorate der britischen Universitäten Oxford und Durham. 1964 veröffentlichte Chaplin seine Autobiographie, im Jahr darauf starb sein Bruder und langjähriger Manager Sydney. In Chaplins letztem Film „Die Gräfin von Hongkong“ (1967) wirkten die Berühmtheiten Sophia Loren und Marlon Brando mit. Das Projekt „The Freak“ beendete er nicht mehr.

Auf seiner USA-Reise 1972 erhielt Chaplin neben unzähligen anderen Auszeichnungen seinen Platz am „Walk of Fame“ in Hollywood und wurde mit einem „Special Acadamy Award“ sowie einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk prämiert. Von der englischen Königin wurde Chaplin 1975 in den Adelsstand erhoben.

1977 starb Chaplin in der Schweiz. Seine Leiche wurde 2 Monate danach gestohlen, konnte aber wieder gefunden werden. Nach dem Tod seiner Frau 1991 wurde das Grab zubetoniert.

Die insgesamt 92 Filme von Chaplin werden seit Jahren im Auftrag der Chaplin Association von der Cineteca di Bologna in Italien restauriert.

Chaplins turbulentes Privatleben wurde zu seinen Lebzeiten häufig von der Presse thematisiert, seine Affären und Ehen mit wesentlich jüngeren Frauen eckten vielfach an. Seine erste Ehe ging Chaplin 1918 mit der 16-jährigen Mildred Harris ein. Ihr gemeinsames Kind starb kurz nach der Geburt, und die Ehe wurde bereits 1920 geschieden. 1924 heiratete er die ebenfalls 16-jährige Lillita McMurray. Sie gebar zwei Söhne, bevor auch diese Ehe scheiterte und 1927 geschieden wurde. Die Trennung von seiner dritten Frau Paulette Goddard nach sechs-jähriger Ehe erregte im Vergleich zu den vorangegangen Scheidungen nur wenig Aufsehen. Im Alter von 54 Jahren ehelichte Chaplin die 18-jährige Oona O’Neill, mit der er acht gemeinsame Kinder hatte – darunter Geraldine Chaplin, die ebenfalls Schauspielerin wurde.



Filmographie

1914: Man schlägt sich durch (Making a Living)
1916: Der Ladenaufseher (The Floorwalker)
1916: Der Feuerwehrmann (The Fireman)
1916: Der Vagabund (The Vagabond)
1916: Ein Uhr nachts (One A.M.)
1916: Der Graf (The Count)
1916: Das Pfandhaus (The Pawnshop)
1916: Hinter der Leinwand (Behind the Screen)
1916: Die Rollschuhbahn (The Rink)
1917: Easy Street (Easy Street)
1917: Die Kur (The Cure)
1917: Der Einwanderer (The Immigrant)
1917: Der Abenteurer (The Adventurer)
1918: Ein Hundeleben (A Dog's Life)
1918: The Bond
1918: Gewehr über (Shoulder Arms)
1919: Sunnyside
1919: A Day's Pleasure
1921: Der Vagabund und das Kind (The Kid)
1921: Die feinen Leute (The Idle Class)
1922: Pay Day
1923: Der Pilger (The Pilgrim)
1923: Die Nächte einer schönen Frau (A Woman of Paris) - in diesem Film hat Chaplin nur eine Statistenrolle
1925: Goldrausch (The Gold Rush)
1928: Der Zirkus (The Circus)
1931: Lichter der Großstadt (City Lights)
1936: Moderne Zeiten (Modern Times)
1940: Der große Diktator (The Great Dictator)
1947: Monsieur Verdoux – Der Frauenmörder von Paris (Monsieur Verdoux)
1952: Rampenlicht (Limelight)
1957: Ein König in New York (A King in New York)
1967: Die Gräfin von Hongkong (A Countess From Hong Kong) - in diesem Film hat Chaplin nur eine Kleinstrolle


Links

www.charliechaplin.com


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