Killing them softly

Regie: Andrew Dominik
Schauspieler: Brad Pitt, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn
Genre: Thriller
Länge: 97 min.
Land: USA 2012
Starttermin Deutschland: 29.11.2012
FSK: ab 16 Jahre
Filmverleih: Wild Bunch (Central)
Originaltitel: Killing them softly

Ein hochkarätig besetzter Gangsterfilm wird ab dem 29. November über die deutschen Kinoleinwände flimmern. „Killing them softly“ entstand nach der 1974 erschienen Romanvorlage „Cogan’s Trade“ von George V. Higgins. Regisseur Andrew Dominik verlegt den Zeitpunkt der Handlung aus den Siebziger Jahren in das Amerika der Zeit kurz vor Barack Obamas erster Wahl zum Präsidenten. Herausgekommen

KTS-Szene1 ist nicht nur ein spannendes Gangster-Drama, sondern auch eine Abrechnung mit dem Wirtschaftssystem der Vereinigten Staaten. Geschossen wird nicht nur mit Kugeln, auch mit Worten wissen die Darsteller treffsicher umzugehen.

Die beiden Kleinkriminellen Frankie und Russell haben im Auftrag des Geschäftsmannes Johnny Amato eine illegale Pokerrunde in New Orleans überfallen und die Preisgelder erbeutet. Amato wollte sich mit dem Coup an seinem alten Widersacher Markie Trattman rächen, der seinerseits einst einen Überfall verübt hatte. Allerdings hatten die Auftragsganoven und ihr Auftraggeber nicht mit den Folgen gerechnet. Trattman engagiert den eiskalten Killer Cogan, damit dieser zusammen mit seinem Kollegen Mickey die Hintergründe des Überfalls aufklärt. Frankie und Russell sind in höchster Gefahr.
Szenisch dicht und mit brutaler Härte beschreibt Dominik, der bereits mit seinem Film „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ von sich reden machte, wie sich die beiden Killer ihren Weg freischießen. An Blut und Action mangelt es dem Film nicht. So bleibt dem Zuschauer fast verborgen, wie viel Kritik am System der USA sich hinter „Killing them softly“ tatsächlich verbirgt. Der WahlkampfKTS-Szene2zwischen Barack Obama und seinem Widersacher John McCain bildet während des ganzen Films den Hintergrund, an dem sich die Absurdität des Wahlkampfgetöses und die Macht der Wirtschaftsbosse in aller Deutlichkeit zeigt. Parallelen zwischen Politik und Gangstertum werden unübersehbar. Dabei setzt der Regisseur vor allem auf die Dialoge, die pointiert und treffsicher die Handlung skizzieren.
Schon allein durch die Darsteller ist der Film, in dem nicht eine einzige Frau mitspielt, sehenswert. Brad Pitt, der eigentliche Star des Thrillers, tritt erst nach einer halben Stunde in Erscheinung, um sich dann als Cogan langsam in Mittelpunkt des Geschehens zu spielen. Ihm zur Seite stehen James Gandolfini als Mickey, Ray Liotta als Markie Trattman und Sam Shepard als Dillon. Besonders gut eingesetzt ist der Soundtrack, der an genau den richtigen Stellen musikalisch hohe Spannung erzeugt.
„Killing them softly“ ist eine gelungene Mischung aus gut gemachtem Gangster-Drama und erschreckender Polit-Satire. Die letzten Worte des Cogan: „America is not a country. America is a business." („Amerika ist kein Land. Amerika ist ein Geschäft.“) fassen die Kernaussage des Films in kürzester Form zusammen. Der Zuschauer wird das Kino mit einer gehörigen Portion Nachdenklichkeit verlassen.


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