Sofia Coppola

Dass Sofia Coppola im Filmgeschäft Karriere machen würde, war abzusehen. Schließlich ist der Vater der 40-Jährigen niemand Geringeres als die Legende Francis Ford Coppola. Auch ihr Bruder Roman und ihre Mutter Eleanor sind bzw. waren als Regisseure tätig. Doch zunächst trat Sofia Coppola in die Fußstapfen ihres Cousins Nicolas Cage und agierte vor der Kamera. Das begann bereits im zarten Alter von zehn Wochen, als ihr Vater sie als Baby im Mafia-Klassiker "Der Pate" besetzte. Es folgten in noch jungen Jahren Auftritte in Filmen wie "Die Outsider" (1983), "Cotton Club" (1984) oder "Peggy Sue hat geheiratet" (1986), die Francis Ford Coppola allesamt inszenierte. Mit der Rolle der Mary Corleone in "Der Pate III" schloss sich 1990 der Kreis. Während der Film aber fast durchweg in den höchsten Tönen gelobt und vielfach ausgezeichnet wurde, gingen die Kritiker mit Sofia Coppolas Leistung hart ins Gericht. Zu allem Überfluss erhielt sie den Anti-Preis "Goldende Himbeere".

Hinter der Kamera war Sofia Coppola wesentlich erfolgreicher als davor. Der Spiegel attestierte ihr bei der Filminszenierung ein sensibles Gespür für Atmosphäre und Zwischentöne. 1999 adaptierte sie den Roman "Die Selbstmord-Schwestern" von Jeffrey Eugenides und verbuchte damit sowohl bei Kritik als auch beim Publikum einen Erfolg. Bei ihrem Regie-Debüt - man sehe von dem ein Jahr zuvor entstanden 14-minütigen Kurzfilm "Lick the Star" ab - gelang es der Newcomerin, die dramatische Geschichte der selbstmordgefährdeten Mädchen der Lisbon-Familie bittersüß und stellenweise geradezu poetisch zu inszenieren. Mit von der Partie waren bereits berühmte Akteure wie Kirsten Dunst, Kathleen Turner, Josh Hartnett und Danny DeVito.

Als vorläufiger Höhepunkt in der noch jungen Regiekarriere von Sofia Coppola erwies sich die 2003 entstandene Komödie "Lost in Translation" mit Bill Murray und Scarlett Johansson. Der Film spielte weltweit mit fast 120 Millionen US-Dollar das 30-Fache seines Budgets ein. Aber auch die Kritiker waren von dem oft als witzig und weise gelobten Werk größtenteils begeistert. Sofia Coppola erhielt unter anderem den Oscar für das beste Originaldrehbuch und war zudem in der prestigeträchtigen Kategorie "Beste Regie" nominiert. Mit diesem Erfolg hatte die junge Regisseurin den übermächtig erscheinenden Schatten ihres Vaters endgültig verlassen.

Die Rezeption ihres dritten Films "Marie Antoinette" fiel eher gespalten aus. Während die 2006 entstandene Biografie der von Kirsten Dunst verkörperten französischen Herrscherin teilweise als langatmige Darstellung einer Pop-Königin geschmäht wurde, lobten andere Kritiker die kraftvolle und einfühlsame Inszenierung.


Sofia Coppolas neuestes cineastisches Werk "Somewhere" stellt wahrscheinlich ihre persönlichste Arbeit dar. Der Film aus dem Jahr 2010 beschreibt die Kindheit eines jungen Mädchens, dessen Vater ein gefeierter Filmstar ist. In Interviews erklärte die Regisseurin, dass sie hier eigene Erfahrungen als Tochter des großen Francis Ford Coppola verarbeitet hat. Der Film, welcher ein bitteres Bild der Celebrity-Gesellschaft entwirft, wurde mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet und spielte mit rund 14 Millionen US-Dollar immerhin das Doppelte seiner Produktionskosten ein.


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